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Neustart

Heute hat die Schule wieder begonnen. Es war im Vorfeld etwas mühsam, weil ich grausam nervös und angespannt war. Jetzt hat sich die Spannung etwas gelöst, aber ich bin hundemüde. Dazu kommt, dass ich wieder einmal das Gefühl habe, ich hätte ein Riesenchaos. Dabei bin das gar nicht ich, sondern meine Schülerinnen und Schüler, die sich jeweils wieder davon machen, ohne mir gewisse Unterschriften zu zeigen, etc. Während ich hier schreibe, glaube ich fast, dass es sich die einen zum Ziel gemacht haben, mühsam zu sein für die Lehrpersonen... aber vielleicht ist das zu viel Verschwörungsdenken.
Bis vor zwei Minuten hatte ich jetzt auch noch Schülerinnen im Zimmer, die noch etwas bastelten für den Pausenkiosk. Wenn jemand im Zimmer ist, kann ich mich einfach nicht konzentrieren. Deshalb habe ich jetzt auch nichts korrigiert, sondern knapp für morgen vorbereitet. Naja... Vielleicht bin ich ja auch einfach zu streng mit mir selber... (ich hasse das, wenn ich nicht genau weiss, woran ich bin mit mir selbst). und wenn ich nicht mehr runterkomme.
Andererseits hatte ich heute einmal in einer Pause einen kurzen Moment, wo ich dachte: Doch, Tabea, du bist am richtigen Ort im richtigen Job.
Das dänn ebä doch wider.
2.5.06 16:07


nach Mittag

Ich habe gut zu Mittag gegessen. Jetzt kommen dann bald meine Pappenheimer wieder . Seit Neustem habe ich am Freitag jeweils drei Lektionen am Nachmittag und ich bin jetzt schon geschlaucht. Wobei - vielleicht muss ich noch sagen, dass ich heute auch schon gaaaanz früh da war. Meine haben nämlich die nächsten drei Wochen Pausenkiosk und ich dachte, sie kämen um 7.00 Uhr und würden Brötchen streichen. Sie kamen nicht. Dafür hatte ich gut Zeit, um die erste Lektion noch vorzubereiten. Diese Woche war sehr speziell. Ich war jeden Abend nudelfertig von irgendwas. Am Dienstag ging ich nach der Schule noch in den Kraftraum, was sich als sehr gescheit herausgestellt hat, weil ich da am besten abschalten konnte. Am Mittwoch arbeiteten wir in unserem Garten, was körperlich auch sehr anstrengend war. Gestern war ich den ganzen Tag in Luzern unterwegs (es war einfach etwas ganz anderes als mein Alltag) und deshalb war ich gaaanz müde am Abend. Ich ging fast jeden Tag um 21.30 oder so ins Bett, weil ich echt müde war. Gut so.

Noch zu den Pappenheimern: Meine Klassenlehrerin in der Primarschule hatte uns einmal eine Geschichte erzählt, in der jemand sagte: "Ich käne doch mini Pappeheimer". Seit da kenne ich den Ausdruck - wir hatten ausführlich besprochen, was das bedeutet - und er erinnert mich immer an sie. hihi
5.5.06 13:12


lädele

Wenn ich jeweils so futsch und müde bin vom Arbeiten in der Schule, würde ich am liebsten etwas kaufen. Möbel, Kissen fürs Wohnzimmer, Kleider oder so. Vor allem wenn es regnet... echt - keine Ahnung, warum. Kompensation.
In etwas weniger als einer Woche ist mein Klassenlager. Jetzt musste ich noch die Eltern fragen, ob sie etwas mehr Geld bezahlen würden, damit es reicht.
Ich könnte wahrscheinlich schon überziehen, aber das mache ich einfach nicht gerne. Habe auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen dabei. Wenn bloss alles gut geht. Ich hoffe, die saufen nicht im Lager!
Oh mann - und dann kommt noch ein Stressfaktor dazu! *ächz* Die Deutschzusatzstunden am Freitag. Ich habe die angenommen von einer schwangeren Lehrerin, die halbtags liegen muss. Schreck-lich. Ich habe kei-ne Ahnung, was ich mit denen in diesen Stunden machen soll! Es sind so viele und ich würde so gerne etwas Interessantes machen. Mal kuckn.
16.5.06 16:49


alte Bekannte

Irgendwie ist bei uns im Moment so eine Zeit der alten Bekannten... es melden sich sehr viele Leute, von denen wir schon lange nichts mehr gehört hatten.
Kürzlich schrieb mir ein Kanadier, den ich in Australien (im Red Centre) kennen gelernt habe. Der hatte sich damals offenbar in mich verknallt... hatte aber immer ein Techtelmechtel mit meiner Reisefreundin - toll, was?
Jedenfalls hat's dann schon ein bisschen weh getan, wieder mal an die "alten Zeiten" in Australien zu denken. Dazu kommt noch, dass eine Freundin von mir gerade in Sydney ist. *seufz*
Und mit Australien oder dem Reisen ist es wie mit dem Einkaufen. Wenn Stress da ist (viel Stress), dann möchte ich weg.

Manchmal überlege ich mir, ob es nicht auch Jobs gibt, bei denen man gerne hingeht und nicht immer Kämpfe austragen muss, wo man sich freut darauf, wo man es eigentlich jeden Tag irgendwie geniesst...
Es wäre ein Job, der herausfordert und Freude macht, der spannend ist und bei dem man Resultate sieht. Es müsste auch zwischenmenschlich gut sein (ich meine nicht pseudo-harmonisch) und man müsste das tun können, was einen inspiriert und wo man seine Vorlieben einbringen darf. Das geht bei mir eben nicht, wenn ich zu viel Stress habe. No inspiration.
Man würde nicht nur Anschiss-Stimmung erleben und die Schülerinnen und Schüler würden wirklich etwas Echtes lernen. Sie würden auch sehen, dass sie etwas Echtes lernen.
Hab ich den falschen Job?
16.5.06 16:56


Thema Märchen, Heroin und andere Dinge

Ich hatte mich an zwei Orten für eine Arbeitsstelle beworben, 50% als Lehrerin. Das war heute vor einer Woche. Heute ging ich bei der Privatschule, die in Wetzikon liegt, schnuppern. Das heisst, ich durfte in verschiedene Schulstunden hineinsitzen, mit den Schülerinnen und Schülern das Mittagessen einnehmen und anschliessend in die Aufgabenstunde schauen gehen. Der Personalchef dort sagte mir auch heute wieder, er sähe mich wirklich und wäre interessiert an meiner Mitarbeit. Das Problem ist, dass ich (so wie's bisher aussieht) auch Französisch unterrichten müsste. Das will ich aber nicht. !!! Aber heute hat es jetzt so geklungen, als gäbe es eventuell auch die Möglichkeit, das Franz abzugeben, was genial wäre.
Vom anderen Schulhaus (das viel weiter weg wäre) habe ich leider noch nichts gehört. Bzw. ich hatte einmal einen Anruf auf dem Handy, aber seither habe ich nichts mehr gehört... irgendwie macht mich das ein wenig sauer... die sagten mir, ich würde in den nächsten Tagen Bescheid bekommen, ob sie mich wollen oder nicht. Naja...
Noch was ganz anderes: Am Mittwoch hatte ich eine kleine Auseinandersetzung mit zweien meiner Geschichtsschüler. Sie machten während des Unterrichts komische Bemerkungen. Dem Sinn nach etwa: Interessieren Sie sich überhaupt für Geschichte? Geschichte ist sowieso immer langweilig bei Ihnen. Was geben Sie noch? Franz? Oh, da ist es bestimmt noch schlimmer.
Mich beunruhigten diese Aussagen sehr. Natürlich verletzten sie mich auch und da beschloss ich, lieber früher als später mit den beiden zu reden. Ich bestellte sie also gleich an diesem Tag zu mir, damit wir darüber reden konnten. Es war noch krass - kostet mich auch einiges, das hier aufzuschreiben, weil ich mir nach diesem Gespräch extrem inkompetent vorkam. Sie hielten mir vor, ich hätte keine Ahnung vom Fach, ich würde immer dasselbe machen (aus dem Buch lesen, zusammenfassen, etwas abschreiben lassen). Blöderweise hatte es eben eine Situation gegeben (habe ich die im Blog erwähnt?!), bei der ich nicht GENAU wusste, wo der Rhein durchfliesst, und ich konnte nicht anders, als dazu zu stehen... Also die Frage war eigentlich nur, ob er mehr an der Grenze zu Frankreich oder weniger an dieser Grenze entlang lief, aber das konnten meine Schüler ja nicht wissen. Das versetzte ihnen glaube ich einen tiefen Schlag...
Ich versuchte, ihnen die Gründe für all das zu erklären (nicht, um mich zu rechtfertigen, aber einfach, um Klärung zu bringen) und sie schienen auch zu verstehen.
Im Nachhinein merkte ich dann, dass ich davon ausgegangen war, dass ich vom zweiten Weltkrieg selbst genau so viel Hintergrundwissen habe, wie vom Nationalsozialismus, was aber schlichtweg nicht stimmte. Ausserdem hatte ich etwas Zeitnot, weil ich schnell (bis nächste Woche) mit dem Thema fertig werden wollte. Jetzt werde ich verlängern und meine Unterrichtssequenzen abwechslungsreicher gestalten...
Für mich war es hart, von Schülern (15-16jährigen!) derart harte Kritik zu bekommen. Auf die andere Seite ist das auch bemerkenswert und eine reife Leistung. Auch weil ich das Gefühl hatte, sie können mit dem, was ich ihnen sage, etwas anfangen. Irgendwie kommt es mir auch vor, als hätte der eine von ihnen an mein Ehrgefühl appelliert: Auch wenn es schwierig ist, und wir z.T. unmotiviert sind: Sie sind unsere Lehrerin und sollen uns etwas beibringen.

Diese Schüler habe ich auch im Fach Deutsch Zusatz, das ich neu übernommen habe. Dort musste ich mich jetzt für ein Thema entscheiden und ich wählte das Thema Märchen. Schrägerweise überlege ich mir jetzt ständig, ob dieser eine Schüler sich darüber aufregen wird. Aber wenn schon. Es ist ein anderes Fachgebiet und es kann genau so gut gut ankommen wie schlecht.

Ich habe heute vernommen, dass ein guter Freund von mir (ein junger Kerl) heroinsüchtig ist, und jetzt deshalb in einer Drogenreha (oder so ähnlich) ist. Meine Schwester hat es mir erzählt. Sie leidet glaube ich sehr.
Wenn ich darüber nachdenke, tut es mir auch weh. Ich frage mich, warum es so weit kam. Er war endlich auf einem besseren Weg: Er war an einem Ort, wo er eine Chance bekam, eine Lehre zu machen. Vorher war es "nur" Cannabis - und jetzt? Bei uns hatte er sich einmal für ein Leben mit Jesus entschieden, nachher hatte er das wieder weggelegt. Das könne ja jeder so machen, wie er es für gut halte. Und ich frage mich jetzt, ob in dieser Reha auch die URSACHEN für solche Süchte (für seine Sucht) angeschaut werden... ich nehme an, wieder einmal nicht. Das schaffen ja auch viele Süchtige nicht: Den Umgang mit der Ursache / der Vergangenheit.

So, ich hör jetzt auf, sonst zerreisst's mich noch.
18.5.06 18:02


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